Die nächste Universität? Ein Denkfehler. (version #zettelkasten)

bin am üben. wenn der text fertig ist, lösche ich diesen satz. und bringe den link zu medium.com/@sms2sms | letzte bearbeitung: 19.05.2016 / 14.06.2016 / 25.10.2016 nachtrag

Die nächste Universität? Ein Denkfehler.

Die Universität baut sich um. Intensiv. Seit langem. Tatsächlich war das sogar immer so. Seit es Universität gibt. Aber in der aktuellen Zeit – ich rede von den frühen Zehnerjahren im frischen 21. Jahrhundert – fällt uns dies besonders auf. Und das ist das Auffällige: Diese von vielen, auf vielen organisationellen Ebenen geäusserte, vielfältige Sehnsucht, nach einer „nächsten“ Universität.

Warum es aber gar keine nächste Universität geben kann?
Es gibt eine kleines Gedankenexperiment, von welchem ich vermute, dass es die Antwort geben wird. Niklas Luhmann hat es notiert. In seinem zweiten Hauptwerk „Die Gesellschaft der Gesellschaft„. Im zweiten Kapitel: „Kommunikationsmedien.“ Und wie wir das alles verstehen könnten, das hat insbesondere Dirk Baecker ermöglicht. Insbesondere in seinen „Studien zur nächsten Gesellschaft„. Er spielt das Gedankenexperiment in fast allen seinen Aufsätzen durch. Meist gleich am Anfang. In einem schnellen, kurzen Absatz. Ich bin sicher, irgendwann erscheint ein kleines Büchlein, welches gar nichts anderes macht, als jene vielen, kurzen Abschnitte weit über jenes Buch hinaus, zu sammeln, sie aus dem Zusammenhang zu reissen, hintereinander zu stellen und sie in einer riesigen Tabelle beobachtbar zu machen. Die Texte werden zum Kontext. Die Abschnitte zu Fussnoten. Die Tabelle zum Knoten. Natürlich erscheint diese „Tafeln zum #Medienwechsel – Studien zur nächsten Gesellschaft der Gesellschaft“ im Suhrkamp Verlag. Sie werden es „Wissenschaft“ nennen. Vermutlich „Medientheorie“.

Die Zeichenkette #Universität wird vom lateinischen universitas magistrorum et scolarium abgeleitet. Weil sich heute Sponsoren, Gönner, Mäzene – oder auch Bundesländer und Dörfer aus Standortmarketinggründen oder der Gewähr der Grundausbildung von hier Nützlichen – solche Aufzuchtanstalten gönnen und es unirritiert „Universität“ nennen – (denken wir zum Beispiel an die Universität St. Gallen, HSG) – hat sich die Unterscheidung, von einer beliebig (kleinen) „Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden“ zu beliebigem Zwecke, mit der Zeichenkette #Volluniversität neu gestärkt. Universitas litterarum. Die „Gesamtheit der Wissenschaften“. (Wir denken an Humboldt. In Berlin.) Solche „richtigen“ Universitäten sehen typischerweise aus wie Trutzburgern über den Städten. Wie Paläste. Wie Kirchen. Das passt. Wenn im Folgenden die Rede von Universität ist, dann sind damit solche Volluniversität gemeint. Und so soll nun behauptet werden: Die Universität wird bleiben. So wie der Vatikan geblieben ist. Gott sei Dank. Auch #Buchdruck wird bleiben. Auch die #Schrift. Auch die #Sprache. Damit dies gleich zu beginn gesagt ist. Es hat längst eine neue Zeit begonnen. Eine nächste. Wir erwarten eine nächste Gesellschaft. Wir nennen diese Zeitspanne #Computer. „Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.“ Und siehe, das war gut so.

originalwork in progress

#Sprache #Schrift #Buchdruck #Computer

Im Anfang waren Unterscheidungen. Und zwar Digitale. Ganz Eindeutige. #PaulWatzlawick Himmel und Erde. Tag und Nacht. Paradies und Lebenswelt. Und Eva war auch nicht nur ein bisschen schwanger. Sie gebärte präzis zuerst einen Ackerbauern. Danach einen Hirten. Der Aufsässige ermordete den Nomaden vollständig. Die Landtreter kämpfen gegen die Seeschäumer. Bis heute. (Aber das wäre Carl Schmitt. Und der darf nicht zitiert werden.) Darum:

Digitale Unterscheidungen sind keine Erfindung der Computertechnologie. Und auch keine der Elektriker. Präzise Unterscheidungen sind der menschlichen Für Wahr Nehmung so selbstverständlich, dass sie umstandlos dem Unaussprechlichen zugeschrieben werden müssen: JHWH, Allah, Gott. Nun wissen wir zwar, dass die menschlichen Sinne gänzlich ungeeignet sind, die Welt zutreffen zu beschreiben. Das Beispiel ist und bleibt, die Welt. Ob Sie eine Scheibe ist, oder eine Kugel. Ob sie sich nun dreht. Oder nicht. Ob die Sonne auf- und untergeht, oder ob es doch ganz anders ist. Wir wissen es: Es IST ganz anders. Aber für uns ist es doch jeden Tag gleich. Eben: Anders.

Wir könnten auch noch das Biologische, das Psychische, das Soziale unterscheiden. Und wir könnten so tun, als wären das ganz präzise Unterscheidungen. Wir könnten so tun, als wäre es der Lunge egal, was wir denken. Die nimmt einfach Luft auf und stösst sie wieder aus. Und was ich dabei denke, weiss niemand. An meine Gedanken, schliessen sich andere Gedanken an. An den Stoffwechsel, schliesst sich nächster Stoffwechsel an. An Kommunikation schliesst sich Kommunikation. Niklas Luhmann. Autopietische Systeme. Und so. Wir wissen, dass das so nicht stimmt. Das Biologische ist verschränkt. Mit dem Psychischen. Mit dem Sozialen. Wir vermuten eher: Sprache > Denken > Wirklichkeit. „Es“ IST anders. Und noch ganz anders. Und auch anders als so…

es geht darum #kontingenz nicht nur zu denken, sondern zu fühlen, zu leben…

(…)

Stefan M. Seydel

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin.

Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen u. a. in der Royal Academy of Arts in London, Deutsches Historisches Museum Berlin, Cabaret Voltaire Zürich. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von „Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er wiederum in seinem eigenen Unternehmen in Zürich. http://dfdu.org AG

 

und dann machte es: zisch! (video noch immer nicht gefunden!) kluge/luhmann

 

 

Und das ist genau, was wir suchen. Bilder. Ähnliche Bilder. Selbstähnliche Bilder.

Selbstähnlichkeit als #Spiel. Als #Form eines einfachen Codes. Eine Durchspielen eines möglichen Möglichkeitsraumes.

#Medienwechsel sind kommunikative Anschlussverweigerungen.

Sind soziale Systeme ergodische Systeme? Und falls ja:

WAS TUN?
und falls: Ja
Wo?

 

wow. das gibt ja eine serie…

21.06.2016

https://twitter.com/kusanowsky/status/742607768616640512

ausweitung der kampfzone

vorschlag zur involvierung

nachträge aus der vor uns liegenden vergangenheit

nachtrag 24. juli 2016

NACHTRAG 14. oktober 2016

(auch ich habe) nichts zu sagen

(aber eben zusätzlich auch) nichts zu zeigen

darum:

NACHTRAG #PaulWatzlawick

NACHTRAG


wird es besprochen im rahmen von #SNAPeriment 6


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