silvia staub-bernasconi wird achtzig #sozialarbeit

gestern notizen zu bazon brock. heute wollte ich eigentlich zu silvia staub-bernasconi einige zusammenstellungen machen. beide werden achtzig. beide sind damit nur 20 jahre jünger als #DADA. bazon aber ist durch den krieg gegangen. silvia ist in der wohlbehüteten welt zwischen einer feminin-grossbürgerlichen mutter und einem kleinbürgerlichen vater (aus dem italienischsprachigen tessin?) aufgewachsen. ihre wildesten spannungen waren die sonntag nachmittage. wo papa die radioreportage zum fussballspiel des FC lugano hören wollte. und keinen bock hatte auf die von seiner (französisch sprechenden?) frau hyperventilierten sonaten von beethoven oder schubert. ihre erste grosse liebe, soll ein berliner kinderpsychiater gewesen sein. dieser verlangte, dass sie sich einer psychoanalyse unterziehen soll. sie ging dann nach amerika.

zwei gänzlich andere, biografische zugänge zum sozialen.

dieses gegenüber ihrer eigenen theorie, und gegenüber ihren studierenden, geradezu aggressive, direktive, militante einfordern, eine offensive neugier und uneingeschränkte achtung und herzliche liebe für die vielfältigkeit menschlicher lebensvollzüge zu entwickeln und zuzulassen… doch… dieses anliegen teile ich mit silvia. das hat mich geprägt. das hat mich berührt.

silvia hatte es nie leicht mit mir.

(ich mit ihr auch nicht.)

staub-bernasconi hat ihre dissertation bei peter heintz an der uni zürich geschrieben. ist mit weltgesellschaftlichen ansätzen in berührung gekommen. badete in diesem WELTOBSERVATORIUM der behüteten schweiz, in watte gerade so weich gepackt, dass DAS ELEND DER WELT mitgelitten werden kann, ohne davon verschlungen zu werden. und nervte sich über alles, was MACHTBLIND schien.

Liebe. Macht. Erkenntnis.

meine erste einzel-ausstellung im kontext der kunst, kuratiert von @metamythos nannten wir

Kunst. Macht. Probleme.

der eine titel ist die überschrift zu einem buch von beat schmocker zum 70. geburtstag von silvia. unser titel für die kunstausstellung ist ein zusammenfassung von einem längeren input von peter weibel durch bazon brock: „machen sie keine kunst, machen sie probleme.“ im jahr 2006, in welchem ich bazon erst kennen gelernt habe. wie wir 2009 die ausstellung in der krypta vom cabaret voltaire konzipierten, war dies nicht die analogie. ich sehe diesen zusammenhang zwischen diesen beiden titeln erstgerade hier und jetzt. aber es überrascht mich nicht. und es erklärt vielleicht auch, warum gerade diese beiden personen für mich so wichtig geworden sind:

es ist die frage der macht. 
das problem der herrschaft. 
es ist die soziale frage.
arbeit am sozialen. #sozialarbeit

silvia übernahm den lehrstuhl an der tu berlin von c. wolfgang müller. einem sehr journalistischen sozialarbeiter, mit welchem ich verschiedentlich austauschen konnte und sehr interessiert war an dem, was wir damals „neue medien“ nannten. meinen master (im lehrgang von silvia) schrieb ich bei marianne meinhold, welche sowohl aktivistisch, auch im bereich der herstellung von #gegenöffentlichkeit, tätig war und mit einem galeristen verheiratet ist. (sind das konstellatorische hinweise?)

wir sind nach wie vor unterwegs. nach wie vor sind wir aufgerufen, verhältnisse zu reklamieren und umzugestalten, in welchen menschen eine totalbefreite, eine atomisierte, eine hyperselbstkulpabilisierte ICH AG, ein verächtliches wesen sind. (frei nach karl marx, einleitung zur kritik der hegelschen rechtsphilosophie. 1844)

 

originaleintrag in arbeit

 

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