was wir von #DADA für die aktuelle herausforderung der #kontingenzaffirmation lernen könnten

1833 baute samuel morse den ersten brauchbaren elektromagnetischen schreibtelegrafen. ja. richtig gelesen. 1833. vor bald 200 jahren. aber es startete dann zuerst die linear-kausale ingenieurskunst durch. noch 1890 mit skurrilsten übungen:

es kam dann die kriegsindustrie dazu und brachte die technologien gewaltig auf „vordermann“. das linear-kausale denken war ganz hervorragend erfolgreich in der praktischen umsetzung. freilich wusste nicht nur albert einstein schon vor 100 jahren, dass die zugänge zur welt, auch noch ganz anders sein könnte. auch mein beruf, meine profession, meine disziplin, die soziale arbeit, weiss seit 100 jahr mit den aktuell hippen schlagworten wie #systemisch #komplexität #kontingenz #emergenz etc. etc. viel anzufangen… aber die zeit war einfach noch nicht reif. es ging stur anders weiter.

morse liess bereits 1833 strom in die kommunikation einloggen. bert brecht hoffte vor 100 jahren, dass die unterscheidung von senden:empfangen aufgelöst werden könnte. durch radio. vor 20 jahren haben blogger begonnen, bits – sprache, bilder, töne – einzuloggen. darum nennen wir es ja auch bloggen. weil wir bits einloggen. viele können vielen synchron daten, informationen, wissen zur verfügung stellen. es braucht keine vermittlung mehr. und die maschinen selbst sind längst die fleissigeren „blogger“ geworden. kurzum: eine revolution. eine dramatische umstellung. eine umstellung, wie wir sie mit viel gewinn mit umstellungen von #sprache #schrift #buchdruck vergleichen können. die umstellung auf #computer erleben wir derzeit mit. diese praxis interessiert mich. ganz praktisch. seit 1995. intensivst.

wer aber baut uns zugänge zum verstehen von dem, was passiert? es ist schwierig. von wissenschaft, politik, journalismus ist wenig zu erwarten. sie gehören zu jenen, welche in der umstellung auf #buchdruck zu den siegern und profiteuren gehört haben. sie verteidigen ihre pfründe. wer will es ihnen verübeln? sie selbst haben aber gezeigt, wie mit den altvorderen umgegangen werden muss. sie selbst sind natürlich auch nicht unterwürfigst die könige und päpste fragen gegangen, wie „eine gute zeitung“, wie „eine gute wissenschaft“, wie eine herrschaft jenseits von singulären „führern“ zu gestalten sei. sie machten es selbst. und solche anfängen, können wir heute wiederum zuschauen. das finde ich spannend.

weil hier in zürich gerade 100 jahre #DADA abgefeiert wird, und jene kunst-bewegung (wie als späte rache) insbesondere von jenen inszeniert wird, gegen welche sich die DADAisten gewehrt haben – museen, zeitungen, das feuilleton – ist es doch ganz witzig, hier tüchtig abzugreifen, aufzunehmen und zu erklären. eine der erspriesslichsten „medienprodukte“ der letzten tage? eine gespräch von stephan klapproth in sternstunde. zwangsfinanziertes, staatliches fernsehen. 1. kanal.

ich will in der folge diese sendung noch einmal langsam anschauen und mir ein paar notizen herausnehmen. das erste mal habe ich die sendung nebenher, auf einer autofahrt nach meersburg vom wochenende, angehört. ich habe dort so viele stichworte gehört, welche zu meinen aktuellen zusammenstellungen passen.

wie war die welt vor 100 jahren? es war krieg. totalitarismen zogen auf. ideen, wie soziale welt auch noch ganz anders gelebt werden könnte spriessten aus dem boden, traten in konkurrenz und verschwanden im nirgendwo. eine irre mischung aus hoffnung, dass etwas neues entstehen könnte und dem erlebten alltag, welche menschen mit dem rücken zur wand presste… die flüchtlinge – hoch gebildete intellektuelle, kreative, fähige praktikerInnen – welche sich in einem hinterhaus in zürich zu speed-datings getroffen haben und innerhalb von monaten einen sensationellen durchbruch schafften, auf welche sich bis heute zeitgenössisches kunstschaffen zu beziehen vermag, soll auch uns in diesem kleinen ausflug zur inspiration werden:

 

WIEDER SINN DURCH WIDERSINN

raoul schrott | wolfram eilenberger | auswertung:

 

original

eintrag in arbeit

 

FAZIT

 


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